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Kategorie Erziehung allgemein

Aufräumen mit Spaß


Sie ärgern sich über die achtlos hingeworfenen Schuhe und Jacken im Flur, das Chaos im Kinderzimmer, den Wohnzimmertisch, auf den jeder auf die Schnelle ein paar Teile vorübergehend abgelegt hat? Die nicht ausgeräumte Spülmaschine, die leeren Getränkepakete …? Alles nicht gerade positives Feng Shui…

In unserer Familie haben zwar alle gerne Ordnung, aber gerade ich leide besonders unter aufkommenderUnordnung. Gibt es dafür eine Lösung ohne anklagende Worte, Geschimpfe, stete Ermahnungen, Schuldzuweisungen?

Ja. Und ich meine natürlich nicht, dass man des lieben Friedens willen alles schweigend selbst macht. Bei uns rufe ich jetzt ab und zu die Aufräum-Aktion aus. Wir plazieren dann unseren Küchen-Timer auf den Wohnzimmertisch, stellen ihn auf 30 Minuten und starten den Countdown. In dieser Zeit versuchen dann alle möglichst effektiv Ordnung zu schaffen. Blicke auf die Uhr sind dabei erlaubt und gemeinsam macht das Aufräumen sogar Spaß. Mit dem Klingeln des Weckers ist mit dem Pflichtteil dann auch wirklich Schluss. Gerade dadurch passiert es regelmäßig, dass Tim sogar freiwillig noch eine Weile seine Sachen weiter in Ordnung bringt. Dafür wird er dann natürlich auch besonders gelobt. Auf diese Weise lässt sich eine ganze Menge Chaos bewältigen, denn bei 3 Personen macht das ja 90 Arbeitsminuten. Der Lohn ist eine super aufgeräumte Umgebung und alle fühlen sich wieder richtig wohl. So und jetzt viel Spaß beim Aufräumen!

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Neulich an der Ampel


In der Dortmunder City stand ich letzte Woche gemeinsam mit einer Menge anderer Menschen – unter anderem zwei bunt gekleideten Punkerinnen – an einer Ampel. Uns gegenüber wartete ein kleiner Junge mit seiner Mutter auf seinem Laufrad. Als es schließlich grün wurde, setzte er sich in Bewegung und fuhr geradewegs auf uns zu. Die beiden Mädchen waren von dem Kleinen ganz entzückt und eine sagte: ” Guck mal, der Kleine auf seinem Fahrrad!” Daraufhin blieb der Junge abrupt stehen, drehte sich um und rief laut: “Hey!” Die beiden stoppten erstaunt und drehten sich zu ihm um. Der Junge streckte sich noch einmal und sagte bestimmt: ”Das ist kein Fahrrad – das ist ein Motorrad.” Während die beiden Punkerinnen beeindruckt lachten, fuhr der Junge weiter.

Immer wieder musste ich im Laufe der Woche an diesen Winzling denken und schmunzeln. Trotz seines geringen Alters – schätzungsweise nicht einmal 3 Jahre – handelte er völlig selbstständig. Die Mutter des kleinen Jungen trat bei dem Ganzen gar nicht in Erscheinung. Selbstbewußt löste er das unerwartete “Problem” allein. Mit überzeugender Körperhaltung ebenso wie durch den Einsatz seiner Stimme verschafft er sich Respekt und tritt für seine “Überzeugungen” ein. Kurz, direkt und unmittelbar.

Soll Ihr Kind auch so selbstbewusst handeln? Sie wissen ja, dass Kinder uns Eltern als Vorbilder für eigene Verhaltensmuster nehmen. Und wie ist das bei uns? Handeln wir jederzeit selbstbewusst und sind unseren Kindern somit ein gutes Vorbild? Oder machen wir manchmal im entscheidenen Moment den Mund nicht auf, und schwupps- schon ist die Situation verpasst? Man hat dem Gegenüber nicht gesagt, das man anderer Meinung ist, den eigenen Standpunkt nicht klargemacht oder verteidigt, das Richtige zum rechten Zeitpunkt nicht ausgesprochen. Dementsprechend kreisen unsere Gedanken oft noch Tage später um vergangene Probleme und versäumte Chancen. Ein entscheidenden Impuls diesbezüglich stammt aus dem Taoismus, einer jahrtausende alten Denkrichtung aus dem alten China: handle aus einer speziellen Geisteshaltung heraus ganz spontan und intuitiv – “aus dem Bauch heraus” – und du wirst stets das Richtige tun (doch hierzu später mehr in einem kommenden Artikel).

Für heute daher nur:

Wollen wir unsere Kinder stärken oder verändern, sollten wir zunächst uns selbst stärken oder verändern. Fangen Sie stets bei sich selbst an und beobachten Sie voller Freude, wie sich auch ihre Kinder ändern.

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