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Kategorie Förderung

Gemeinsam kochen schon mit kleinen Kindern


kochen-mit-kindernKinder machen von Anfang an die Dinge gerne, die wir auch machen. Sie lernen durch Nachahmung. Schon als ganz kleines Kind wollte Tim immer ganz nah am Geschehen sein, wenn ich gekocht habe. Sein Lieblingsplatz war die Arbeitsplatte. Aber auch andere kleine Kinder, auf die ich aufpasse, lieben diesen Ort. Dort sitzen sie dann und schauen in die Töpfe, kneten, rühren etwas oder naschen ganz einfach.

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass Kinder Essen, das sie selber zubereitet haben, viel eher essen. Mitarbeiten können schon ganz kleine Kinder. Sie haben z. B. Spaß daran, einen Pizza-Teig oder ähnliche Teige zu kneten oder auf dem Blech auszurollen. Oder sie verteilen etwas auf dem Blech oder in der Auflaufform. Sie konnen natürlich auch benötigtes Obst oder Gemüse waschen oder frische Kräuter pflücken.

Wenn Kinder gelernt haben, dass Töpfe und Herdplatte heiß sind und man sie nicht berühren darf, können sie Soßen,  Suppen oder Gemüse umrühren und vorbereitete Zutaten oder Gewürze hinzugeben. Dabei sollte man sie aber auf gar keinen Fall alleine lassen. Natürlich muss man auch beim Anbraten z.B. von Fleisch besonders aufpassen, dass die Kinder von Fettspritzern geschützt sind – im Zweifelsfall lieber runtersetzen!   Kinder halten auch sehr gerne den Elektromixer. Hier muss man aber gut aufpassen, dass der Mixer wirklich mit beiden Händen angefasst wird. Die Versuchung während des Mixens zu naschen ist sehr groß und die Gefahr ist bei kleinen Kindern schnell vergessen.

In einem nächsten Schritt können sie dann auch die benötigten Zutaten kleinschneiden. Auch hier muss man natürlich zunächst dabeibleiben.

Am Anfang braucht man selbstverständlich beim gemeinsamen Kochen Geduld. Kinder haben es in der Regel nicht eilig und müssen die jeweiligen Handgriffe erst lernen. Die gemeinsame Tätigkeit bietet aber die Möglichkeit selbst zur Ruhe zu kommen. Müssen wir uns denn überhaupt beeilen? Während man gemeinsam arbeitet quängelt dafür auch niemand und  die Kinder sind beaufsichtigt und in der Regel zufrieden.

Mittlerweile kann Tim (12)  viele Gerichte ganz alleine kochen und ist eine echte Hilfe. Besonders gerne schneidet er mit unseren besonders guten, scharfen Messern und schmeckt die Gerichte ab. Wir sind mitterweile ein eingespieltes Kochteam und ab und zu übenimmt Tim auch das Kochen allein. Und mit Recht ist er auf  seine Ergebnisse stolz.

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Sprachentwicklung: Soll ich mein Kind immer verbessern?


“Ich hab Ball geseht.” – “Nein, das heißt: Ich hab den Ball gesehen!”

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Bei Menschen, denen korrektes Sprechen wichtig ist, hält sich hartnäckig die Angewohnheit, ihre Kinder ständig zu verbessern, wenn sie Wörter falsch sprechen oder grammatikalische Fehler machen. Diese ständigen Unterbrechungen stören aber den natürlichen Redefluss des Kindes und lenken unentwegt vom Kern ab. Wir sollten nie vergessen, dass Sprache die Aufgabe hat, sich anderen verständlich zu machen und ihnen etwas mitzuteilen. Und dazu reichen die “falschen” Sätze unserer Kleinen in der Regel völlig aus. Uns selber würde es doch auch nerven, wenn wir in England nach dem Weg fragen, etwas im Restaurant bestellen oder uns nett unterhalten und unser Gegenüber uns ständig unterbrechen würde, um uns zu verbessern. Und das, obwohl er genau verstanden hat, was wir meinen. Aber wie soll das Kind denn dann korrekt sprechen lernen, wenn es nie von  uns auf Fehler hingewiesen wird? Ist es nicht doch besser, wenn wir unsere Kinder direkt verbessern, wenn sie etwas Falsches sagen? Nein! Kinder lernen die korrekten gramatischen Formen und die richtige Aussprache von ganz allein. Sie orientieren sich an ihren Vorbildern – also an uns! Es gibt eine einfache und sehr effektive Möglichkeit Kinder sprachlich zu fördern, ohne dass das Gespräch gestört wird. Man wiederholt in seiner Antwort den Satz des Kindes in seiner verbessertenVersion. Im Eingangsbeispiel sieht das zum Beispiel so aus:

“Ich hab den Ball geseht.” ” Oh, du hast den Ball gesehen, das ist ja toll. Wo ist er denn?”

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Intuition und Denken fördern mit Rätselgeschichten von CUS


“Ein Mann schwitzt stark. Trotzdem hat er Handschuhe an. Warum?” (Stufe 1)

“Romeo und Julia liegen tot auf dem Boden. Das Fenster steht offen, am Boden eine Wasserlache. Was ist passiert?” (Stufe 2)

“Alle Welt schaut ihnen zu. Nur Michael, der tausendmal näher dran war als alle anderen, sah nichts. Warum?” (Stufe 3)

“Weil er unabsichtlich den Auslöser drückte, musste er sterben. Was ist passiert?” (Stufe 4)

Vielleicht kennen Sie solche Rätselgeschichten auch noch aus ihrer Kinder- und Jugendzeit. Jemand schildert eine alltägliche, manchmal auch ungewöhnliche oder schaurige Situation und die anderen müssen durch geschickte Ja-Nein-Fragen das Geschehene Stück für Stück enträtseln.

Im Urlaub haben wir mit unseren Bekannten einen ganzen Abend mit dem Rekonstruieren verbracht und unsere Kinder hatten jede Menge Spaß genauso wie wir Eltern.

Mittlerweile stießen wir in der Buchhandlung auf eine ganze Sammlung solcher Rätsel, und zwar das erste Rätselbuch von dem populären Rätselerfinder CUS: “Was ist hier passiert?”. Darin hat der Autor einerseits mehr oder weniger bekannte Rätsel gesammelt und zum anderen eigene Rätsel entwickelt. (CUS ist übrigens ein Pseudonym aus den Initialen des Autors. Der bekannteste Rätselautor Deutschland hat sich selbst auch zu einem Mystery gemacht. Man weiß nämlich weder seinen Namen noch seinen genauen Wohnort in Bayern und auf Fotos sieht man ihn mit großer, schwarzer Brille oder nur seinen Schatten.)
Das Buch hat insgesamt 155 Mysteries, die in 4 Schwierigkeitsgrade unterteilt sind (leichte, mittelschwere, schwierige und hammerharte Rätsel).  Am Ende des Buches findet man zu jedem Rätsel zwei Tipps, die einem auf die Sprünge helfen sollen, falls einem die Ideen ausgehen. Die Lösungen der Rätsel finden sich natürlich auch am Ende.
Seither rätseln wir regelmäßig gemeinsam – z. B. wenn es mal wieder den ganzen Tag draußen regnet, auf langen Autofarten, auf Spaziergängen oder einfach nur so. Dabei wechseln wir uns mit der Rolle des Rätselstellers ab. Dieser schaut in der Lösung nach, liest die beiden Tipps und stellt dann die Situation vor. Die anderen dürfen raten. Tim kann davon gar nicht genug bekommen. Es macht ihm besonders Spaß, uns beim verzweifelten Suchen nach der richtigen Lösung zuzusehen und mit diebischer Freude immer wieder “Nein!” zu verkünden. Genauso freut er sich aber auch, wenn sich beim Raten der plötzliche Aha-Effekt einstellt und er die richtige Lösung erkennt. Meiner Erfahrung nach ist es für Kinder allerdings frustrierend, wenn sie der Lösung über einen längeren Zeitraum scheinbar nicht näher kommen. Das tritt bei kleinen Kindern natürlich meist schneller ein als bei größeren. Diese Frustrationsgrenze sollte man auf keinen Fall überstrapazieren, da das ganze ja Spaß machen soll. Die beiden im Buch vorgeschlagenen Tipps kommen hier meist genau richtig. Manchmal hilft es den Kindern aber auch, wenn man auf entscheidene Fragen doch etwas mehr als nur “ja” oder “nein” antwortet. Auch in einem etwas größeren Rateteam lässt sich anhaltende Ratlosigkeit natürlich länger und leichter ertragen als allein.
Mitspieler, die den für diese Rätsel typischen Geistesblitz haben, können dem Rätselsteller ihre Lösung leise mitteilen und dann beim Beantworten der Fragen helfen, so dass die anderen auch noch die Chance auf das tolle Gefühl haben, das sich einstellt, wenn die Ratenuss geknackt ist.
Toll bei diesen Rätseln ist, dass sie das Querdenken fördern. Die Lösung ist meist simpel und lediglich unsere eingeschränkte Sichtweise verhindert, dass wir die Rätsel auf Anhieb lösen. Auch im realen Leben liegt die Lösung von Problemen oft darin, dass man eine andere Perspektive einnimmt. Um die Rätsel zu lösen braucht man zwei Dinge: Methodik und Intuition.
Während in der Schule methodisches Vorgehen gezielt trainiert wird, wird die Förderung der Intuition oft bei der Erziehung vernachlässigt. Hier bieten diese Rätsel also einen sehr sinnvollen Nebeneffekt.

Wer also noch etwas für Weihnachten oder einen Geburtstag sucht, ich kann dieses Buch uneingeschränkt empfehlen:


PS: Die einzige “aus dem Rahmen fallende” 2-Sterne-Rezension bei Amazon bezieht sich nicht auf diesen ersten Band von CUS, sondern auf das Nachfolgerbuch.

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Lese-Rechtschreib-Schwäche (LRS) – Früherkennung und Vorbeugung bereits im Kindergarten möglich!


Die Legasthenie, auch Lese- Rechtschreib-Schwäche (LRS) genannt, macht den Schulbesuch für viele Kinder und Jugendliche zur Tortur, da schnelles, flüssiges Lesen und regelgerechtes Schreiben in fast allen Schulfächern notwendig sind und später einfach vorausgesetzt werden. Obwohl es Förderunterricht gibt und die LRS auch bei der Notenfindung vom Lehrer berücksichtigt werden kann, haben es Legastheniker in den staatlichen Regelschulen schwer.

Um so erstaunter war ich, als an einem Elternabend in Tims Kindergarten ein Test und ein darauf aufbauendes Förderprogramm vorgestellt wurde, das in der Lage ist, die Anzahl der Kinder mit Lese- und Rechschreib-Schwierigkeiten drastisch zu senken.

Alle Vorschulkinder nahmen im Einvernehmen mit ihren Eltern zunächst kostenlos am Bielefelder Screening (kurz:BISC) teil. Dabei handelt es sich um einen normierten Test, der zuverlässig vorschulische Schriftsprachvoraussetzungen erfasst. Der Test ermöglicht also bereits vor der  Einschulung eine Früherkennung von möglichen Lese-Rechtschreib-Schwierigkeiten bei Vorschulkindern.

Jedes Kind wurde ca. 25 Minuten einzelnd getestet, die Ergebnisse  in einem Protokollbogen vermerkt und die ausgewerteten Ergebnisse dann später mit den Eltern besprochen. Die Aktion selbst hat meinem Sohn und allen anderen Kindern, die ich gesprochen habe, riesig Spaß gemacht.

Im Kindergarten: lauschen-hören-lernen

Im Kindergarten: lauschen-hören-lernen

Alle Kinder, bei denen ein Risiko festgestellt wurde, hatten anschließend die Möglichkeit über einen Zeitraum von 20 Wochen ebenfalls kostenlos an dem Würzburger Trainingsprogramm: “hören-lauschen-lernen” teilzunehmen. Das Gruppentraining  wird etwa 10 Minuten täglich durchgeführt und besteht aus sechs Übungseinheiten, die inhaltlich aufeinander aufbauen. (Lauschspiele, Reime, Sätze und Wörter, Silben, Anlaute, Phoneme[Laute]). Es fördert so spielerisch das phonologische Bewusstheit, also die Einsicht in die Lautstruktur der gesprochenen Sprache. Die Kinder trainieren zunächst das gezielte Hinhören und lernen dann, dass die gesprochene Sprache nicht nur eine Bedeutung hat, sondern auch eine Form, die man erhören kann. Zunächst wird das Augenmerk dabei auf die Gliederung in Sätze und Wörter gerichtet, dann werden die Struktureinheiten zunehmend kleiner bis hin zu eizelnen Lauten. Zudem wird durch das Training das Lang- und Kurzzeitgedächtnis aktiviert.

Das Programm hat aber auch den Anspruch, den Kindern Freude im Umgang mit der Sprache zu vermitteln. Die Kinder müssen dabei nicht still auf ihrem Platz sitzen, sondern sind aktiv und alle Sinne werden angesprochen. Toll!

Ich finde es sehr schade, dass nicht alle Kindergärten diese Möglichkeiten der Förderung nutzen und auf diese Weise vielen Kindern eine steinige Schulzeit erspart bleibt. Hier in unserer Umgebung bieten nur evangelische Kindergärten dieses Trainingsprogramm an. Aber das muss ja nicht so bleiben! Fragen Sie doch einfach in Ihrem Kindergarten nach diesem Programm oder schlagen Sie es vor.

Wer Interesse am Würzburger Trainingsprogramm hat, kann es in Buchform erwerben. Außerdem gibt es mittlerweile auch eine Multimediaversion, die bereits die meisten Übungen und Spiele in interaktive Multimediaspiele umgesetzt hat.


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Lesen schon vor der Einschulung – gut oder schlecht?


Im Kindergarten haben mir immer wieder Mütter erzählt, dass ihre Kinder sie darum bitten, ihnen die Buchstaben oder das Lesen beizubringen. Viele Mütter sind hierbei aber verunsichert. Einige fürchten, dass sich die Kinder dann in der Schule langweilen werden, andere, dass es von den Lehrern nicht gerne gesehen wird. Also, was soll man tun?

Das Bedürfnis, die Zeichen der Erwachsenenwelt entziffern zu können, ist oft bereits während der Kindergartenzeit groß. Die Kinder entdecken in dieser Zeit überall Geschriebenes: Schilder, Aushänge im Kindergarten, Texte unter Bildern in ihren Bilderbüchern, Überschriften in der Zeitung, Texte auf Sammelkarten usw. und sie möchten natürlich wissen, was dort steht. Zunehmend interessiert sie auch, welche Buchstabenkombination welchem Wort entspricht. Sie möchten zunächst ihren Namen selber schreiben und dann auch den nahestehender Personen.

Diese natürliche Entdeckungsfreude ist doch toll und sollte meiner Meinung nach auf gar keinen Fall gebremst werden. Kinder durchlaufen in ihrer Entwicklung ganz unterschiedliche Phasen, in denen sie sich für ganz unterschiedliche Dinge interessieren. Zu diesem Zeitpunkt lernen sie “kinderleicht”, sind hochmotiviert und sollten von uns Eltern positiv unterstützt werden.

Auf der anderen Seite sind Eltern oft ganz versessen darauf, dass ihr Kind schon vor der Einschulung lesen, etwas schreiben und rechnen kann. Wenn sich ihr Kind vor der Einschulung aber nicht für das Lesenlernen interessiert, sollte man es dazu auch nicht anhalten. Sicherlich ist seine Aufmerksamkeit gerade auf etwas anderes gerichtet, und das ist für die Entwicklung des Kindes ebenfalls wichtig. Hätten Sie z. B. gewusst, dass das Schaukeln eine notwendige Voraussetzung für das Lesenlernen ist? Also unterstützen Sie ihr Kind genau bei dem, worauf gerade sein Interesse gerichtet ist.

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